Dienstag, 1. März 2011

Geld verdienen im Internet

Geld verdienen im Internet mit einem Blog
Wer im Internet mit seinem Blog Geld verdienen möchte und dazu ein paar Ratschläge sucht, der findet im Web zahlreiche andere Blogs, in denen selbsternannte SEO-Experten vermeintlich heiße Tipps geben. Wenn Sie diesen Berichten Glauben schenken, dann gibt es Leute, die von Ihrem Wohnzimmer aus so viel Geld verdienen, dass sie kaum ein paar Stunden pro Woche arbeiten müssen und dennoch gut davon leben können.
Das fand ich interessant, denn nichts wäre mir lieber, als Online noch einen dicken Batzen Geld dazuzuverdienen, ohne viel Aufwand.

Da ich als Controller aber auch ein sehr dominantes Zweifels-Gen in mir trage, habe ich mir die Mühe gemacht und die Businesspläne der Blog-Gurus ganz kurz durchkalkuliert. Heute bin ich froh, dass ich nicht sofort meinen Job gekündigt habe, als ich diesen Blog ins Leben gerufen habe. Aber sehen Sie selbst:

Business-Plan für Nachwuchsblogger
Sagen wir mal, ein guter Blog hätte im Monat 5000 Besucher, was nicht wenig ist, und man schaltet einfach nur ein paar AdSense-Anzeigen um damit Geld einzunehmen.
AdSense-Anzeigen bringen immer unterschiedliche Beträge, das kann zwischen 0,01-1,50 Euro pro Klick variieren. Höhere Summen sind auch möglich, aber eher selten. Für meine weitere Rechnung setze ich daher im Durchschnitt 30 Cent an.

Nehmen wir nun an, dass von den 5000 Seitenbesuchern 1% in die Werbebanner klicken. Das ist sogar noch eine sehr optimistische Quote, denn viele User unterdrücken Werbung in ihrem Browser völlig oder klicken grundsätzlich nicht hinein, weil sie Angst haben sich Schadsoftware einzufangen.
Das heißt, von 5000 Besuchern eines Blogs klicken im günstigen Fall pro Monat 50 in die Werbung, die dann pro Klick 30 Cent Umsatz für Sie erzeugen.
Das macht dann die „horrende“ Summe von 15 Euro pro Monat, von denen sich Vater Staat noch seinen Teil nehmen wird.
Wenn man bedenkt, dass Sie für 5000 Besucher im Monat jeden Tag vermutlich eine oder mehrere Stunden in einen Beitrag investieren müssen, dann wäre das wahrscheinlich das schlechteste Geschäft, das sie in Ihrem Leben tätigen könnten.

Alternativen
Es gibt natürlich auch zahlreiche andere Möglichkeiten seinen Blog zu vermarkten und damit zu Geld zu machen. Man kann zum Beispiel Werbeflächen vermieten, an Affiliate-Programmen teilnehmen oder für Geld Produkte bewerten. usw. Sehen Sie dazu zum Beispiel:
www.webseitenvermarkter.com
Eine gute Seite mit sehr detaillierten Tipps für Menschen, die mit ihrem Blog Einnahmen erzielen wollen.

Dennoch, bei einer Leserreichweite, die Normalsterbliche im deutschsprachigem Web erreichen können, wird es mit reinem Bloggen kaum zu nennenswerten Einkommenssprüngen führen.


Passives Einkommen erschaffen
Eine Möglichkeit, die ich sehe, um von einem Blog doch noch zu profitieren, ist es, diesen als Ergänzung zu einer bereits vorhandenen Produktpalette zu verwenden.
Wenn Sie zum Beispiel einen Handel mit seltenen Weinen betreiben, dann können Sie einen tollen Blog erstellen mit vielen wertvollen Informationen für andere Weinliebhaber. Auch dort werden sich Ihre Einnahmen aus dem Blog vermutlich in engen Grenzen halten, aber es kann dazu führen, dass Sie dadurch Ihre Sympathiewerte bei den Kunden so erhöhen, dass diese lieber in Ihrem Online-Shop bestellen, als bei der gesichtslosen Konkurrenz.

Fazit
Der Traum vom passiven Einkommen per Blog wird für die meisten Menschen unerfüllt bleiben.

Lassen Sie sich diesbezüglich nicht blenden von den Erfolgsgeschichten aus dem Internet. Diese Leute tun oft nur so, als würden sie mit wenig Arbeit in Saus und Braus leben aber das ist ein reiner Marketingtrick.
Die Autoren verwenden den Blog oft nur, um ihren Ruf als erfolgreiche Internetunternehmer zu pflegen und erzeugen mit professionell aufpolierten Seiten einen gewissen Bekanntheitsgrad und reine Scheinkompetenz.
Irgendwo aber im Blog finden Sie dann den Link zum Produktangebot, mit denen das echte Geld verdient wird. Ohne ein solches verdient man nämlich so gut wie nichts.

Sie sollten immer vorsichtig sein, wenn Sie irgendwo lesen, dass jemand Ihnen helfen möchte Geld ganz einfach und idiotensicher zu verdienen im Internet - das ist eine Mogelpackung!
Sparen Sie sich wertvolle Lebenszeit.

Mein Vorschlag für ein kleines passives Einkommen ist:
Einen Blog mit Beiträgen, die echten Zusatznutzen für eine bestimmte Zielgruppe stiften.

Wer noch mehr will:
Ehrliche und sinnvolle Produkte, die sich im Web verkaufen lassen, als Haupteinnahmequelle. Dazu einen passenden Blog als Einkommensergänzung bzw. Unterstützung, mit der Sie Ihre Besucherzahlen erhöhen können. 

Montag, 17. Mai 2010

Gedächtnisgerechtes Präsentieren


Guter Vortrag, aber worum ging es?
Wer seinen Zuhörern dauerhaft in Erinnerung bleiben möchte, sollte seine Präsentationen nicht nur rhetorisch ansprechend gestalten, es lohnt sich auch einige gedächtnistechnische Aspekte zu berücksichtigen.

Der Einsatz von Bildern
Klassische Memoriertechniken, wie die Loci-Methode (mehr bei Wikipedia), assoziieren Informationen mit Bildern und Räumen, da das menschliche Gehirn visuelle Eindrücke auch ohne bewusstes Zutun abspeichert.

Das limbische System ist der Teil des Gehirns, der für die Bewertung von Sinneseindrücken zuständig ist (mehr bei Wikipedia). Intensive Eindrücke aktivieren es besonders stark und gelangen dadurch auf direktem Weg ins Langzeitgedächtnis. Der Speichereffekt wird also noch verstärkt, wenn die bildlichen Assoziationen skurril und emotional gestaltet sind.

Nutzen Sie diesen Effekt für sich aus.
Wenn Sie in Ihren Vorträgen die Fakten durch eindringliche Bilder veranschaulichen, erhöhen Sie die Wahrscheinlichkeit, dass wichtige Aspekte nicht in Vergessenheit geraten.

Wie Sie diese Bilder richtig präsentieren, sollen zwei Beispiele verdeutlichen:

Ungeeignete Variante:
„Als ich über den Markt ging, duftete es wunderbar nach Gewürzen. Händler verkauften bunte Tücher in allerlei Farben. Um mich herum ging es chaotisch und wild zu, dennoch war es ein Genuss zuzusehen.“

Wirkungsvolle Variante:
„Als ich über den Markt ging, duftete es wunderbar nach Zimt, Curry und gegrilltem Lammfleisch. Händler verkauften feinste Seide in Gelb, Rot, Lila und allen anderen Farben des Regenbogens. Überall wurde gefeilscht, geschrien, geschimpft oder gelacht, wie ich es noch nie erlebt hatte. “

Das erste Beispiel enthält nur abstrakte Beschreibungen, deren visuelle Umsetzung bleibt unkonkret und damit kraftlos. Diese Aussage wird bei Zuhörern nur wenig emotionale Beteiligung auslösen.
Das zweite Beispiel hingegen enthält zahlreiche Details, bei denen unterschiedliche Sinne ganz deutlich angesprochen werden. Gerüche, Farben, Schreie, Lachen, all dies sind konkrete Vorgaben, die der Zuhörer sofort nachempfindet.

Zeitgerechte Wiederholungen
Ein weiterer relevanter Faktor ist die Häufigkeit, mit der Informationen wiederholt werden.
Im 19. Jahrhundert unternahm der Psychologe Herrmann Ebbinghaus (mehr bei Wikipedia) den Versuch das menschliche Gedächtnis zu vermessen. Er wollte wissen, wie lange Informationen durchschnittlich gespeichert werden. Dafür ließ er Probanden eine Liste von einhundert bedeutungslosen Kunstwörtern auswendig lernen und ließ sie diese in verschiedenen Zeitintervallen wiedergeben. Die Ergebnisse zeigten, dass schon nach 20 Minuten 40% der aufgenommenen Informationen wieder vergessen wurden.
Nach längeren Reden ist es daher sehr wahrscheinlich, dass sich ein Großteil der Hörer gegen Ende an wesentliche Punkte nicht mehr erinnern kann. Der Vortrag entfaltet somit nicht seine volle Wirkung.

Helfen Sie Ihrem Publikum auf die Sprünge. Wiederholen Sie die Kernaussagen in Intervallen von ungefähr 30 Minuten. So wirken Sie gezielt der Vergessenskurve entgegen.
Die Zuhörer werden es Ihnen danken, indem sie im Anschluss nicht nur Ihre gute Rhetorik loben, sondern auch Ihre Inhalte weiterverbreiten können.

Fazit
Mit nur kleinen Veränderungen an Ihrer Vortragsweise erhöhen Sie die Wirkung Ihrer Präsentationen beträchtlich.

Integrieren Sie anschauliche Beispiele, um die Merkfähigkeit der Zuhörer bestmöglich zu nutzen.
Achten Sie darauf, dass Ihre Bilder konkret sind und mehrere Sinne ansprechen.

Wiederholen Sie die Kernaussagen mehrmals in regelmäßigen Abständen.

Mit diesen kleinen Kniffen werden Ihre Vorträge zu einem unvergesslichen Ereignis.

Peter Kovacs
www.memory-palace.de

Sonntag, 9. Mai 2010

Reynaldo Hahn


Ein Juwel namens Reynaldo Hahn


Freunde der klassischen Musik aufgepasst. Wer den Namen Reynaldo Hahn noch nie gehört hat, der sollte jetzt dringend weiter lesen. Es erwartet Sie ein Klangerlebnis von herausragender Qualität, von einem Komponisten, der vermutlich nur einigen Insidern bekannt sein dürfte.

Vor einiger Zeit habe ich beim Arbeiten am Computer im Hintergrund Bayern 4 Klassik laufen lassen. Der Sender ist sehr angenehm zu hören. Sanfte klassische Musik plätschert vor sich hin und fördert meine Konzentration.
Auf einmal jedoch musste ich die Tastatur wegschieben und konnte nur noch auf das Radio achten. Das aktuelle Stück war so außergewöhnlich schön, dass es sich den Weg durch meine Wahrnehmungsschwelle bahnen konnte. Mit Stift und Notizblock in der Hand wartete ich darauf, dass der Kommentator im Anschluss den Namen des Künstlers nennt. „Das war Reynaldo Hahn und sein venezianischer Liedzyklus“
Noch in der gleichen Minute habe ich mit der Internetrecherche angefangen und musste feststellen, dass Hahn heutzutage dermaßen unbekannt ist, dass man seine Werke selbst im gigantischen Angebot von Amazon mit der Lupe suchen muss. In den Musikläden meiner Stadt gab es nichts von ihm.

Biografie
Reynaldo Hahn hat eine außergewöhnliche Biografie. Geboren im Jahr 1874 in Venezuela, als Sohn eines deutsch-jüdischen Kaufmanns und einer Venezoelanerin spanisch-baskischer Herkunft, siedelte seine Familie 1878 nach Paris über. Dort entwickelte sich das Talent des jungen Reynaldo weiter und er galt schnell als musikalisches Wunderkind. Bereits mit 13 Jahren schrieb er das Lied „Si mes vers avaient des ailes“. Zu seiner Zeit ein „riesen Hit“, wie man heute sagen würde. Hahn wurde zu einer bekannten Größe der sogenannten „Belle Époque“. Für einige Zeit war er der Lebensgefährte des weltberühmten Schriftstellers Marcel Proust.
Bitte sehen Sie zu weiteren Details die Biographie von Reynaldo Hahn auf Wikipedia.

Reynaldo Hahns Musik auf CD
Hahns wichtigsten Werke sind auf folgenden CDs verfügbar:

“The Hyperion French Song Edition - Reynaldo Hahn” ist eine Doppel-CD mit seinen bekanntesten Liedern.

Sein Liedzyklus „Venezia“ findet sich nur ganz versteckt auf einer CD-Ausgabe von Helios „Souvenirs de Venise“, neben den Titeln von weiteren Künstlern wie Rossini und Mendelssohn.

Video-Links
Einige herausragende Stücke von Reynaldo Hahns Schaffen finden Sie unter den folgenden Video-Links zu YouTube.

"Si mes vers avaient des ailes"


"A Chloris"


"La Barcheta"


"L´heuere exquise"



Peter Kovacs
www.memory-palace.de

Dienstag, 4. Mai 2010

Berufseinstieg für Absolventen per Zeitarbeit


Der erfolgreiche Berufseinstieg für Hochschulabsolventen per Zeitarbeit

Generation Praktikum
Die Hochschulabsolventen der letzten Dekade können einem wirklich Leid tun. Seit dem Zusammenbruch der Internetblase im Jahr 2000 gab es lediglich ein oder zwei wirtschaftlich gute Jahre, in denen die Chancen auf einen gelungenen Berufseinstieg einigermaßen günstig für sie standen.
Zahlreiche Bewerbungsratgeber versprechen Abhilfe und zeigen den angeblich sicheren Weg zum Top-Job. Die meisten Empfehlungen sind durchaus sinnvoll, denn eine tadellose Bewerbungsmappe gehört zu den Mindestvoraussetzungen, um überhaupt eine Chance auf ein Bewerbungsgespräch zu erhalten. Außerdem lohnt es sich die wichtigsten Fallstricke zu kennen, um sich im Interview oder im Assessment-Center nicht sofort aus dem Rennen zu katapultieren.

Bewerbungstipps schön und gut, aber all das ist für viele Absolventen in Krisenzeiten nicht ausreichend. In wirtschaftlich schwachen Jahren stellen Unternehmen generell ungern ein, schöne Mappe hin oder her. Die Top-Studenten mit herausragenden Noten werden zwar nach wie vor sofort von den besten Unternehmen engagiert, für alle anderen aber sind kaum Stellen vorgesehen. Das ist im Grunde verständlich, in schwierigen Jahren stehen Bewerber ohne Berufserfahrung auf dem allerletzten Platz der Personalbedarfsliste.
Somit ist eine Einladung zum Bewerbungsgespräch eher ein seltener Glücksfall als die Regel. Selbst wenn es so weit kommt, ist die Konkurrenz meist so riesig, dass die Chance auf eine Einstellung gering ist. Und das alles trotz unzähliger Beteuerungen, jederzeit gerne unbezahlte Überstunden zu leisten oder für die Karriere selbstverständlich auf Kinder zu verzichten. Leider haben die anderen Bewerber die gleichen Versprechungen gemacht, denn das Heer der freiwilligen Selbstausbeuter ist seit einigen Jahren immer weiter gewachsen. Trotz der totalen Unterwerfung an die Erwartungen der Arbeitgeber ist es immer noch schwer für Absolventen, Arbeit zu finden.

Der Schlüssel zu einem passenden Job ist also Berufserfahrung, und diese zu erhalten ist nicht leicht. In mageren Zeiten möchte aber niemand erst in die Mitarbeiter investieren müssen, vielmehr brauchen die Unternehmen erfahrene und produktive Mitarbeiter. Absolventen bleibt da oft nur die Wahl zwischen unbezahlten Praktika oder Gelegenheitsjobs, weit abseits ihrer Qualifikation.

Der Einstieg über Zeitarbeit
Unternehmen lieben Zeitarbeit. Aufgrund der strengen deutschen Kündigungsschutzgesetzgebung zögern Firmen Festeinstellungen zu tätigen, insbesondere bei unerfahrenen Bewerbern. Aus diesem Grund ist Zeitarbeit ein beliebtes Mittel geworden um diese Gesetze ganz legal auszuhebeln. Zeitarbeiter lassen sich fast beliebig einstellen und wieder kündigen, so dass ein Teil des Personals in manchen Konzernen mittlerweile ganz bewusst als variabler Kostenblock gehalten wird, den man je nach Umsatzlage auf- und abbauen kann. Für Arbeitnehmer mit Berufserfahrung ist diese Form der Anstellung ein sozialer Rückschritt, für Absolventen tun sich jedoch Chancen auf. Da das Personalkostenrisiko für die Arbeitgeber wesentlich geringer ist, sind sie eher bereit auch unerfahrenen Anfängern eine Chance zu geben.

Anstatt sich der Generation Praktikum anzuschließen, sollte Zeitarbeit dringend als nennenswerte Option für den Start ins Berufsleben in Betracht gezogen werden.
Dieser Artikel zeigt Ihnen wie Sie den Einstieg finden, auf welche Probleme man stoßen kann und wie man den Übergang zu einer Festanstellung meistert.

Die Herrscher im Schattenarbeitsmarkt
Zeitarbeitsfirmen sind in manchen Metropolregionen ein echter Machtfaktor geworden. Sie kontrollieren einen riesigen, nahezu unsichtbaren Arbeitsmarkt und verfügen über Stellenangebote, die niemals in Jobbörsen oder in den Stellenanzeigen der Zeitung auftauchen. Die Disponenten der Jobvermittler haben sehr gute Kontakte zu den Firmen, daher sparen sich Personalabteilungen gerne die Ausgaben für ein kompliziertes Bewerbungsverfahren und schalten lediglich ihre vertrauten Personalvermittler ein. Wer sich demnach als Arbeitssuchender nur auf die öffentlich zugänglichen Stellenanzeigen verlässt, dem entgeht mittlerweile die ganz große Mehrzahl der wirklich guten Angebote seiner Region.

Meine Empfehlung ist daher, dass Sie sich bei der Jobsuche auf alle Fälle in die Datenbanken der meisten Personalfirmen Ihrer Stadt eintragen sollten. Warten Sie nicht auf passende Anzeigen auf deren Webseiten oder in sonstigen Medien, dazu rotiert das Stellenangebot hinter den Kulissen viel zu schnell. Rufen Sie an, schicken Sie Ihre Bewerbungsunterlagen los und ab diesem Zeitpunkt arbeitet die Uhr zu Ihren Gunsten.

Bewerber werden relativ kurzfristig zu einem Vorstellungsgespräch geladen, das hat aber noch keine große Bedeutung. Die Disponenten möchten Sie lediglich kennenlernen und prüfen, ob Sie beim Kunden überhaupt präsentabel sind. Außerdem werden sie mit Ihnen gemeinsam ausloten, was Sie sich vorgestellt haben, sowohl finanziell, als auch arbeitstechnisch.
Das ist die richtige Zeit, um die Tipps der Bewerbungsratgeber umzusetzen. Nur wer in diesen Gesprächen nicht in Fettnäpfchen tritt und durch einigermaßen gute Kommunikationsfähigkeit glänzt, wird als Kandidat vorgeschlagen. Die Zeitarbeitsfirmen konkurrieren untereinander um die zu besetzenden Stellen und schicken nur Kandidaten ins Rennen, von denen Sie sicher sind, dass dieser sie beim Kunden nicht blamieren wird.

Vermittlung oder Zeitarbeit
Eine der wichtigsten Fragen, die ein Disponent stellen wird, ist, ob Sie die Vermittlung in eine Festanstellung anstreben oder mit Zeitarbeit zufrieden sind. Beide Optionen abzudecken wird nicht immer erlaubt, denn wer beim Kunden als Zeitarbeiter tätig ist, wird nicht wieder abgezogen sobald eine passende Festanstellung bei einem anderen Kunden vorhanden ist. Die Prioritäten sind was das angeht ganz klar abgesteckt und die Interessen der Arbeitnehmer sind der unbedeutendste Teil davon.
Für Berufserfahrene ist die Festanstellung eher von Vorteil, als Absolvent sollte man sich jedoch nicht auf diese Schiene begeben. Der Grund dafür ist, dass bei einer Vermittlung der Arbeitgeber der Zeitarbeitsfirma eine hohe Vermittlungsgebühr zahlen muss, die sich bei ca. 20-30% eines Jahresgehaltes bewegt. Da es unerfahrene Absolventen wie Sand am Meer gibt, wird sich wohl kaum eine Firma finden, die bereit ist unter solchen Konditionen einen Anfänger anzuwerben. Die Chancen stehen daher wesentlich günstiger per Zeitarbeit engagiert zu werden.
Wenn Sie sich dennoch beide Optionen offen halten möchten, sollten Sie folgendermaßen vorgehen. Bewerben Sie sich beispielsweise bei zehn Personalfirmen. Bei fünf von diesen sagen Sie dann, dass Sie eine Festanstellung suchen und bei den anderen fünf zeigen Sie ausschließlich Interesse an Zeitarbeit. Bewerbung nach dem Schrotflintenprinzip kann sich hier durchaus bezahlt machen.

Traumjob-Light
Ein Nachteil der Zeitarbeit ist, dass die zu besetzenden Positionen häufig nicht im hochqualifizierten Bereich angesiedelt sind. Oft bekommt man dadurch nur eine „Light-Version“ der angestrebten Tätigkeit angeboten. Wer zum Beispiel eine Karriere im Marketing anstrebt, der wird sich möglicherweise nur als Assistent in einer Marketingabteilung wiederfinden. Wer dagegen im Controlling arbeiten möchte, der wird vermutlich in der Buchhaltung beschäftigt werden.
Sehr wichtig dabei ist jedenfalls, dass Sie in dem Bereich unterkommen, der zu Ihrem späteren Interessengebiet passt, denn dadurch können Sie genau die Erfahrungen sammeln, die bei späteren Bewerbungen als einschlägig akzeptiert werden.

Was das Gehalt betrifft muss man lernen Abstriche zu machen, auch wenn es weh tut. Die Konzerne drücken die Preise gerne mit allen Regeln der Kunst ins Bodenlose und die Personalfirmen wollen auch noch ihren Teil vom Kuchen. All das wird natürlich ungefiltert an die Mitarbeiter weitergegeben.
Zudem ist man als Hochschulabsolvent normalerweise für die Tätigkeiten überqualifiziert, so dass man seine Gehaltsvorstellungen generell nach unten anpassen muss.
Selbst wenn das Beispiel mit der Qualifikation nicht zutrifft, die schwarzen Schafe der Branche nutzen einen Trick um die Kostenschraube dennoch anzuziehen. Es ist ein äußerst schmutziges Geschäft, bei dem Konzerne und Personalfirmen meist Hand in Hand arbeiten. Das System funktioniert folgendermaßen. Der Auftraggeber fordert zum Beispiel eine einfache Aushilfe für eine leichte kaufmännische Tätigkeit an. Die Personalfirma entsendet einen jungen Akademiker, bezahlt aber nur den Tarif für Aushilfen, da die Stellenbeschreibung entsprechend gestaltet ist. Die Tätigkeit entpuppt sich dann jedoch als weit komplexer als ursprünglich gefordert, und es werden Kenntnisse vorausgesetzt, die man nur mit einem Studium erwerben kann. Von einer tarifgerechten Gahaltsanpassung will jedoch niemand etwas wissen und wer sich beschwert, wird gleich wieder entlassen.

Das heißt, es ist ganz egal wie man es dreht und wendet. Als Absolvent wird man mit ziemlich hoher Wahrscheinlichkeit Einsätze erhalten, bei dem das Gehalt der Tätigkeit kaum gerecht wird. Das ist für die Betroffenen oft sehr belastend, aber man sollte es positiv sehen. Es ist immer noch bei weitem besser als unbezahlte Praktika zu absolvieren oder lange Zeit arbeitslos zu sein. Das Gute ist, dass jede Minute, die Sie arbeiten, als Berufserfahrung gilt. Über die Bezahlung sollte man lieber nicht mehr weiter nachdenken.

Den Absprung schaffen
Aufgrund der finanziellen Gegebenheiten sollte Zeitarbeit nach dem Studium meiner Meinung nach nur über einen begrenzten Zeitraum ausgeübt werden. Das Ziel bleibt weiterhin eine Festanstellung und das, wenn möglich, innerhalb von 6-18 Monaten. Um nun einen gelungenen Absprung zu schaffen gibt es folgende Möglichkeiten.

Als erstes sollte man die Jobsuche nicht aufgeben, wenn man eine Stelle als Zeitarbeiter antritt. Mit einem festen Gehalt im Rücken haben Sie eine hervorragende Basis für weitere Bewerbungen, und sobald sich etwas Passendes findet, kann man schnell und einfach wechseln.

Eine weitere Option ist es, eine bestimmte Zeit gezielt abzuwarten und sich dann erst wieder auf Jobsuche zu begeben. Hat man nämlich eine gute Stelle ergattert, bei der man viel lernen kann, ist es sinnvoll einige Zeit dort zu verbringen. Mit der einschlägigen Erfahrung als Wettbewerbsvorteil, haben Sie danach hervorragende Chancen auf eine Festanstellung. Wie lange Sie auf den Wechsel warten ist immer Abwägungssache. Zwölf Monate zum Beispiel sehen gut aus in der Bewerbungsmappe, denn bei diesem Zeitraum weiß ein Personaler, dass ein Kandidat Zeit hatte sich ernsthaft in eine Stelle einzuarbeiten. Dem gegenüber steht, wie erwähnt, der finanzielle Aspekt, aber das muss jeder individuell entscheiden.

Der ewige Traum von der Übernahme
Die dritte Variante, die Übernahme durch den Kunden zum Festangestellten, ist der Idealfall. Der Weg dorthin kann jedoch voller Tücken sein.
Normalerweise, wenn man als Zeitarbeitskraft entsandt wird, stellen die Auftraggeber eine Übernahme in Aussicht, immer gute Leistungen vorausgesetzt.
Das kann natürlich stimmen, dient aber auch dazu, die unterbezahlten Zeitarbeitnehmer zu motivieren, obwohl von vornherein schon feststeht, dass es nie zu einer Anstellung kommen wird. Um den Arbeitseifer aufrechtzuerhalten wird dennoch immer wieder bewusst die Hoffnung auf den lang ersehnten Festvertrag genährt.
Daher empfiehlt es sich die Versprechungen von Anfang an nicht vollkommen ernst zu nehmen und nicht darauf zu vertrauen garantiert übernommen zu werden, auch wenn die Arbeitsleistung stimmt. Vorteilhafter ist es, einfach nur sein Bestes zu geben, ohne sich bis zur Belastungsgrenze zu verausgaben. Zudem sollten Sie sich ein Zeitlimit setzen, bis zu dem Sie bereit sind auf die Festanstellung zu warten. Findet bis zu diesem Zeitpunkt keine Übernahme statt ist es besser zu wechseln. Spätestens dann könnte es passieren, dass doch noch ein Angebot kommt. Nämlich dann wenn der Arbeitgeber merkt, dass er einen wertvollen Mitarbeiter verliert, wenn er Sie gehen lässt. Und wenn nicht, dann haben Sie einschlägige Erfahrung gesammelt, um sich für eine Stelle zu bewerben, die zu Ihren Qualifikationen passt.

Fazit
Zeitarbeit eignet sich sehr gut für Hochschulabsolventen als Berufseinstieg um erste Erfahrung zu sammeln.
Der Einsatz sollte nicht länger als ein oder zwei Jahre dauern, da die finanziellen Konditionen im Gegensatz zu einer Festanstellung zu schlecht sind.


Peter Kovacs
www.memory-palace.de

Sonntag, 2. Mai 2010

Speed-Reading

Speed-Reading

Speed-Reading beziehungsweise Schnelllesen ist eine Methode die Lesegeschwindigkeit gezielt zu erhöhen, ohne an Textverständnis einzubüßen.

Die meisten Menschen, die erstmalig von Speed-Reading hören, reagieren äußerst skeptisch. „Wozu schneller lesen, da versteht man doch nichts mehr?“ ist die Standardfrage, mit der ich mich als Speed-Reading-Trainer häufig auseinandersetzen muss.

Diese Reaktion ist durchaus nachvollziehbar, denn für Untrainierte erscheint es völlig klar, dass bei einer höheren Lesegeschwindigkeit das Verständnis zwangsläufig auf der Strecke bleiben muss.

Nach dieser Logik wäre es jedoch sinnlos ein beliebiges Training zu absolvieren, um Arbeitsschritte aller Art zu beschleunigen, denn die Fehlerzahl müsste auch dabei jedes mal rapide ansteigen. Die Skepsis ist also völlig unbegründet. Wie bei allen anderen Fertigkeiten auch, sorgt das richtige Training dafür, dass sich die Leistungen verbessern und dass die Fehlerzahl nicht erhöht wird.

Das Speed-Reading-Training

Speed-Reading ist keine aktuelle Modeerscheinung, sondern eine lang bewährte Technik, die schon seit den 1950er Jahren stetig weiterentwickelt wird. Daher gibt es bereits zahlreiche wirksame Übungen, mit denen sich die Erhöhung der Lesegeschwindigkeit zuverlässig erreichen lässt.

Üblicherweise beginnt das Training mit Übungen zur Erweiterung der Blickspanne. Ein Schnellleser fixiert nämlich nicht jedes Wort eines Textes einzeln, sondern er erfasst eine Gruppe von drei, vier oder mehr Wörtern zugleich.

Die nächste Stufe wird durch die Einführung einer Lesehilfe erreicht. In den meisten Fällen empfiehlt die Literatur einen ganz gewöhnlichen Bleistift, ein Essstäbchen oder den Zeigefinger als unterstützendes Werkzeug einzusetzen. Mit diesem führt man den Blick schnell und gezielt über die Zeilen, anstatt das Auge immer wieder auf die anstrengende Suche nach dem nächsten Wort oder nach der nächsten Zeile zu schicken.

Schon durch diese zwei kleinen Kniffe kann man die Lesegeschwindigkeit ganz leicht um ca. 10-20% erhöhen. Das klingt zwar zunächst nicht wie ein totaler Durchbruch, aber für einige Berufsgruppen oder Studenten in leseintensiven Tätigkeitsbereichen ist es ein immenser Fortschritt. In diesem Bereich schlummert daher für viele Menschen ein enormes Zeitsparpotenzial, das man im Idealfall schon als Student oder Schüler freisetzten sollte.

Um nun noch eine Vervielfachung des Lesetempos zu erreichen, ist ein langfristiges und regelmäßiges Training notwendig. Als äußerst hilfreich hierfür hat sich der Einsatz eines Metronoms erwiesen. Beim Lesen mit dem Metronom führt man die Lesehilfe bei jedem Taktschlag über eine Zeile eines Buches oder eines Textes. Man sollte am besten ganz langsam beginnen und dann immer wieder leicht die Taktzahl erhöhen. So gewöhnt sich das Gehirn Schritt für Schritt an das steigende Lesetempo und das Textverständnis hat ausreichend Zeit um sich anzugleichen.

Ein durchschnittlicher Leser erreicht vor dem Training normalerweise eine Geschwindigkeit von ca. 150-250 Worten pro Minute (=WPM). Durch die Umstellung auf das Lesen von Wortgruppen, dem Einsatz der Lesehilfe und der Verwendung des Metronoms kann die Leistung so in den Bereich von 400-600 WPM gesteigert werden, ohne das Textverständnis einzubüßen.

Es besteht auch noch die Möglichkeit die Lesefähigkeit so zu erweitern, dass mehrere Zeilen erfasst werden. Dies zu erlernen dauert jedoch sehr lange und erfordert sehr viel Selbstdisziplin.

Es gibt noch viele weitere Methoden um wirksam zu üben. Ohne ein regelmäßiges Training können jedoch keine wesentlichen Erfolge erzielt werden. Zu diesem Zweck habe ich im Trainingsbereich meiner Website zahlreiche Übungen kostenlos zum Download bereitgestellt, und es kommen ständig neue hinzu.

Um den Fortschritt zu sichern, ist es meist auch sehr sinnvoll ein Seminar zu besuchen, da das Training in einer Gruppe von Gleichgesinnten wesentlich mehr Spaß macht und einen Austausch mit den anderen Teilnehmern ermöglicht.

Speed-Reading in Deutschland

Die Speed-Reading-Technik ist in Amerika und dem angelsächsischem Raum weit verbreitet und gehört schon lange zum grundlegenden Lernangebot an Eliteuniversitäten, wie zum Beispiel Harvard oder Oxford. Auch Speed-Reading für Kinder ist üblich, und dies macht insofern Sinn, weil Kinder alle Fähigkeiten viel leichter und schneller erlernen als Erwachsene.

In Deutschland dagegen hat sich Speed-Reading noch nicht so weiträumig etabliert, aber das Angebot wächst seit einigen Jahren. Viele Trainer richten jedoch ihre Kurse an Führungskräfte oder zumindest an finanziell Bessergestellte und verlangen meist Gebühren im unteren oder mittleren dreistelligen Bereich. Dadurch werden große Teile der Gesellschaft per Preispolitik sprichwörtlich ausgeschlossen.

Dabei müsste das eigentlich nicht so sein, denn die Preisfindung ist oft kostenrechnerische Willkür. Angesichts der Tatsache, dass die Kurse mit relativ geringem Aufwand durchführbar sind und die Teilnehmer im Anschluss lange Zeit selbständig weitertrainieren müssen, bürgt ein hoher Preis nicht unbedingt für Qualität.

Lesefähigkeit und Wohlstand

Welchen Vorteil man durch den Besuch eines Kurses hat und warum es sich lohnt an der Lesefähigkeit zu arbeiten ist nicht objektiv bestimmbar. Wie mit allen anderen Kompetenzen im Leben, kommt es immer darauf an was man daraus macht.

Wer Schnelllesen dafür einsetzt, Unmengen von Liebesromanen zu lesen, der wird vermutlich nur wenig finanzielle Vorteile erlangen. Wer dagegen zahlreiche Bücher durcharbeitet, mit denen sich wertvolle Sozialkompetenzen weiterentwickeln lassen, der kann durchaus seine berufliche Position verbessern und sein Einkommen deutlich erhöhen. Dadurch amortisiert sich ein Kursbesuch meist schon nach kurzer Zeit.

Zudem verweise ich gerne auf eine Untersuchung der OECD mit dem Titel „Lesen kann die Welt verändern“. Auf den Seiten 15 und 115 wird dort beschrieben, dass es einen eindeutigen Zusammenhang gibt zwischen der Lesekompetenz eines Menschen auf der einen und dem Wohlstand, der Gesundheit und der Lebenserwartung auf der anderen Seite. Begründet wird dies mit dem Einfluss der Lesekompetenz auf die Urteilsfähigkeit, der besseren Bildung und vielen weiteren Faktoren.

Zudem ermöglicht Lesen, an den Erfahrungen anderer teilzunehmen und so den geistigen Horizont zu erweitern. Wenn auch nicht aus erster Hand, kann ein Leser die Gedankengänge und Gefühle der verschiedensten Menschen aus allen Jahrhunderten und allen Teilen der Erde nacherleben.

Lesen ist also mehr als nur das Durchlesen von Büchern. Es kann ein Schlüssel zur persönlichen Weiterentwicklung, zu mehr Wohlstand und einem kulturell erfüllten Leben sein.

Peter Kovacs